Aktuelles

Hybride Kreistagssitzungen

Mehr Teilhabe statt unnötiger Hürden: Der Kreistag hat in der Sitzung am 18. Mai 2026 mehrheitlich für die Einführung hybrider Kreistagssitzungen gestimmt.

Darüber freuen wir uns sehr. Denn politische Beteiligung darf nicht davon abhängen, ob man jederzeit vor Ort sein kann. Hybride Sitzungen schaffen mehr Möglichkeiten zur Teilnahme – besonders für Menschen mit Behinderung, Eltern, pflegende Angehörige oder Menschen mit Langzeiterkrankungen.

Für uns als Volt/Die Linke ist klar: Moderne Demokratie muss inklusiv, zugänglich und an den Lebensrealitäten der Menschen orientiert sein.

Wir freuen uns auch über den Antrag auf Prüfung der Rahmenbedingungen für die Einführung von Livestreams! Dies könnte ein weiterer Schritt hin zu einer zukunftsgerichteten, inklusiven und transparenten Politik im Kreis Bergstraße werden.

Unser Redebeitrag zum Antrag

"Wenn wir heute über hybride Kreistagssitzungen sprechen, dann dürfen wir nicht einfach nur über die technische Umsetzung sprechen. Wir müssen darüber sprechen, wie zugänglich kommunale Politik eigentlich ist und wie wir sie zukünftig inklusiver gestalten können.

Denn die Realität ist doch: Nicht jeder Mensch kann jederzeit problemlos hier im Sitzungssaal sitzen. 

  • Menschen mit Behinderung stoßen auf Hürden. 
  • Eltern müssen Betreuung organisieren. 
  • Pflegende Angehörige tragen Verantwortung zuhause. 
  • Schwangere sind aufgrund von Komplikationen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. 
  • Und Menschen mit Kurz-, aber vor allem auch Langzeiterkrankungen wollen sich oft weiterhin politisch engagieren – können aber nicht immer physisch anwesend sein.

Wir reden hier außerdem über ein Ehrenamt. Viele Kreistagsmitglieder stemmen dieses Engagement neben Beruf, Familie oder gesundheitlichen Belastungen. Deshalb sollten wir jede sinnvolle Möglichkeit nutzen, um politische Arbeit zugänglicher zu machen.

Wir finden, genau darüber sollten wir heute nachdenken: Halten wir an Strukturen fest, die für manche Menschen unnötige Barrieren schaffen? Oder wollen wir Politik so organisieren, dass möglichst viele mitmachen können?

Für uns als Volt/Die Linke ist die Antwort klar: Demokratie lebt davon, dass Menschen teilnehmen können. Nicht nur theoretisch, sondern praktisch.

Was auch klar ist: hybride Sitzungen bedeuten nicht, dass niemand mehr vor Ort ist oder dass der persönliche Austausch unwichtig wird. Natürlich bleibt der persönliche Austausch wichtig und Präsenz vor Ort wird weiterhin der Regelfall sein. Aber hybrid bedeutet eben nicht „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“. Es geht um zusätzliche Möglichkeiten, nicht um den Ersatz des direkten Miteinanders. 

Darüber hinaus stärken hybride Sitzungen auch die Handlungsfähigkeit unseres Kreistags. Krisen, Extremwetter oder gesundheitliche Ausnahmesituationen (Pandemien) dürfen politische Entscheidungen nicht blockieren. Flexible Teilnahme ermöglicht stabile demokratische Prozesse – auch unter schwierigen Bedingungen.

Die Technik dafür existiert längst. Andere Gremien machen bereits gute Erfahrungen damit. Und auch gesellschaftlich ist hybrides Arbeiten mittlerweile selbstverständlich geworden. Deshalb sollte Politik hier nicht hinterherlaufen, sondern mit gutem Beispiel vorangehen.

Für Volt/Die Linke sind hybride Kreistagssitzungen deshalb kein Selbstzweck, sondern ein pragmatischer und längst überfälliger Schritt zu mehr Teilhabe, mehr Inklusion und mehr Zukunftsfähigkeit.

Deshalb begrüßen wir den Beschlussvorschlag sehr und werden diesen auch unterstützen."

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.